Mehr als jeder zweite Erwerbstätige in Deutschland sitzt während seiner beruflichen Tätigkeit auf einem Bürostuhl. Da über 90 Prozent der Rückenschmerzen von Muskelverspannungen herrühren, die vom falschen Sitzen und der falschen Wahl des Stuhls ausgehen, geben wir einige Tipps in der Sache.
Dynamisches Sitzen
Unser Körper ist nicht für zwei, vier oder sechs verschiedene Sitzhaltungen geschaffen. Zwischen der zurückgelehnten passiven Ruheposition und der nach vorn geneigten aktiven Position liegen eine unbegrenzte Zahl guter Sitzhaltungen.
Das Ziel ist dynamisches Sitzen, wobei der aufrechten Sitzposition über dem Balancepunkt des Stuhls besondere Aufmerksamkeit zukommt. Wenn der Schwerpunkt des Benutzers mit dem Balancepunkt des Stuhls übereinstimmt, folgt der Stuhl jeder kleinen und größeren Bewegung des Benutzers. In der Balance zu sitzen heißt, den Muskeln, die die Wirbelsäule umgeben, die Möglichkeit zu bieten, zwischen Arbeit und Ruhe abzuwechseln.
Bewegung beim Sitzen
Die meisten Stühle erlauben Bewegungen des Benutzers von der Hüfte an aufwärts, aber keine Bewegungen der Beine und Fußgelenke. Letztere Bewegungen sind jedoch so entscheidend für den Kreislauf: Es ist wichtig, die Füße und die Fußgelenke zu bewegen.
Untersuchungen haben ergeben, dass man schlicht “vergisst”, die Füße zu bewegen, wenn man auf einem Stuhl sitzt, der in einer Position arretiert ist. Wenn man aber auf einem Stuhl sitzt, der auf die kleinsten Bewegungen des Körpers reagiert und sich frei bewegen kann, hat das einen günstigen Effekt auf den Blutkreislauf.
Offener Sitzwinkel
Die Problematik des Sitzens liegt auch darin, dass das Becken beim Übergang vom Stehen zum Sitzen die Tendenz aufweist, nach hinten zu drehen.Diese Beckenrotation bewirkt, dass aus der natürlichen S-Form der Wirbelsäule eine “Rundrückenhaltung” wird, die besonders die Bandscheiben in der Lendenwirbelsäule belastet. Besonders stark ist die Beckenrotation, wenn der Winkel zwischen Oberkörper und Oberschenkel ein rechter Winkel ist (90°), wenn also der Oberschenkel waagerecht und der Oberkörper senkrecht stehen.
Wesentlich besser ist ein “offener Sitzwinkel”, der größer als 90° ist. Beim offenen Sitzwinkel bilden Oberkörper und Oberschenkel einen Winkel, der größer als 90° ist. Das Sitzen mit rechten Winkeln bewirkt eine Beckenrotation, was wiederum die Rundrückenhaltung begünstigt. Dagegen ermöglicht der offene Sitzwinkel dem Becken eine aufrechte Position, wodurch eine natürliche Wirbelsäulenhaltung ermöglicht wird.
Fazit: Diese Möglichkeiten sollte ein Bürostuhl bieten
- Der Stuhl hat eine Mechanik zur Verstellung der Sitzneigung, so dass zwischen waagerechter und geneigter Sitzfläche gewechselt werden und der Stuhl individuell angepasst werden kann.
- Der Stuhl hat einen Sattelsitz, der guten Halt gibt trotz offenem Sitzwinkel.
- Die Einstellung des Stuhls ist benutzerfreundlich.
- Das Design ist ansprechend – denn das Auge sitzt mit.